Unser Heimatort: Eppenbrunn
Eppenbrunn ist eine idyllisch im grenznahen Pfälzerwald gelegene Ortsgemeinde im Landkreis Südwestpfalz (Verbandsgemeinde Pirmasens-Land). Mit rund 1.300 Einwohner:innen und seiner Lage unmittelbar an der französischen Grenze ist Eppenbrunn nicht nur „Tor zum Wasgau“, sondern seit vielen Jahrzehnten auch staatlich anerkannter Luftkurort. Die ausgezeichnete Luftqualität und das gesunde Klima werden in regelmäßigen Kontrollprüfungen überwacht und bieten ideale Erholungsbedingungen.
Markantes Wahrzeichen ist das über 1,3 km lange Buntsandstein-Riff der Altschloßfelsen, das größten Felsmassiv der Pfalz. Wandernde finden hier mit dem Altschlosspfad, der Eulenfelstour oder dem Grenzweg abwechslungsreiche Premiumwege, die Flora, Fauna und Geschichte der Region erlebbar machen.
Dank des feinporigen Klimas mit hohem Sauerstoffanteil stärkt jeder Ausflug durch Wald und Felsen Körper und Geist – perfekt für Gesundheitsbewusste und Naturfreund:innen.
Im Ortskern prägen die denkmalgeschützte Pfarrkirche St. Pirminius, das neue Dorfgemeinschaftshaus sowie die weitläufige Parkanlage das Bild. Letztere lädt mit dem »Adventure Golf« (12 naturnahe Minigolfbahnen), Spielplatz und Kneipp-Becken zum Verweilen ein und dient regelmäßig als Bühne für Vereinsveranstaltungen.
Wir für Eppenbrunn e.V. und viele andere lokale Gruppen gestalten hier ein lebendiges Vereins- und Kulturleben mit Führungen, Konzerten, Workshops und Festen – generationsübergreifend, kreativ und nachhaltig.
Ob als Ausgangspunkt für geführte Kräuter- oder Naturspaziergänge, als Erholungsort für Familien oder als Treffpunkt für deutsch-französischen Austausch: Eppenbrunn verbindet auf einzigartige Weise Naturerlebnis, regionale Identität und eine gastfreundliche Gemeinschaft. Willkommen zum Durchatmen und Entdecken!
Geschichte & Heimat: Die Hackmesserseite
Unsere Heimat hat viele Geschichten zu erzählen. Manche sind seit Jahrhunderten überliefert, andere lassen sich anhand historischer Dokumente nachvollziehen. Sie berichten von den Menschen, die hier lebten, von ihrem Alltag, ihren Traditionen und den Ereignissen, die unsere Region geprägt haben.
Als Verein „Wir für Eppenbrunn e. V.“ möchten wir im Rahmen unserer Heimatpflege dazu beitragen, dieses Wissen zu erhalten und weiterzugeben. Dabei interessieren uns nicht nur große historische Ereignisse, sondern auch die kleinen Geschichten, Besonderheiten und Überlieferungen, die Eppenbrunn und seine Umgebung unverwechselbar machen.
Die Hackmesserseite – eine Region mit bewegter Geschichte und besonderem Namen
Ein ungewöhnlicher Name, eine bewegte Vergangenheit und ein Stück regionaler Identität: Die Hackmesserseite im Südwesten der Pfalz erinnert an eine Zeit, in der sich die Menschen unserer Heimat gegen ihre Obrigkeit erhoben und selbst über ihre Zukunft entscheiden wollten.
Wer in Eppenbrunn und den umliegenden Dörfern zu Hause ist, kennt vermutlich die Bezeichnung „Hackmesserseite“. Gemeint ist eine Landschaft südwestlich von Pirmasens, unmittelbar an der französischen Grenze.
Zu dieser Region zählen heute insbesondere Eppenbrunn, Trulben, Kröppen, Hilst, Schweix und Vinningen. Auch benachbarte Orte und Ortsteile wie Obersimten und der Hochstellerhof werden im regionalen Sprachgebrauch der Hackmesserseite zugerechnet.
Doch woher stammt dieser ungewöhnliche Name?
Seine Geschichte führt uns zurück in die Zeit der Französischen Revolution – und zu Ereignissen, die auch unsere Heimat nachhaltig veränderten.
Im Jahr 1789 begann in Frankreich eine Revolution, deren Forderungen nach Freiheit und Gleichheit bald weit über die Landesgrenzen hinaus Beachtung fanden.
Auch in den südwestpfälzischen Grenzdörfern wuchs die Unzufriedenheit mit den bestehenden Verhältnissen. Die Menschen standen unter der Herrschaft der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt und waren verschiedenen Abgaben und herrschaftlichen Verpflichtungen unterworfen. Besonders die Eingriffe der landesherrlichen Forstbeamten und Jäger sorgten für Unmut.
Am 8. November 1792 erreichte die revolutionäre Bewegung Eppenbrunn.
Aus dem benachbarten lothringischen Roppweiler, dem heutigen Roppeviller, kamen mehrere Bürger in Begleitung von zwölf französischen Nationalgardisten nach Eppenbrunn. Gemeinsam errichteten sie einen Freiheitsbaum – ein sichtbares Zeichen für den Wunsch nach gesellschaftlicher und politischer Veränderung.
Noch am selben Tag zog die Bewegung weiter nach Trulben. Auch andere Dörfer der Umgebung schlossen sich in den folgenden Tagen an.
Bauern fordern Freiheit und Selbstbestimmung
Die aufständischen Bewohner wollten sich nicht länger der bisherigen Herrschaft unterordnen. Sie verweigerten Abgaben, stellten die Autorität der herrschaftlichen Beamten infrage und begannen, ihre Gemeindeverwaltungen nach französischem Vorbild neu zu organisieren.
Auch wirtschaftliche Konflikte spielten eine Rolle: So teilten die Aufständischen unter anderem große Mengen Holz unter sich auf, die der Landesherr bereits an Händler verkauft hatte.
Am 19. November 1792 richteten die Gemeinden ein Gesuch an die Französische Republik. Darin baten sie um die Aufnahme in den französischen Staat. Der französische Nationalkonvent stimmte diesem Anliegen am 14. Februar 1793 einstimmig zu.
Damit hatte die revolutionäre Bewegung in den südwestpfälzischen Grenzdörfern einen bemerkenswerten Erfolg erzielt. Noch bevor große Teile der übrigen Pfalz unter französische Herrschaft kamen, hatten sich diese Gemeinden aus eigenem Antrieb für den Anschluss an Frankreich eingesetzt.
Das geheimnisvolle Hackmesser
Mit dieser bewegten Zeit verbindet sich auch die ungewöhnliche Bezeichnung „Hackmesserseite“. Einer weitverbreiteten Überlieferung zufolge sollen französische Revolutionäre aus dem benachbarten Bitsch, dem heutigen Bitche, den aufständischen Pfälzern eine Guillotine geschenkt haben. Dieses Hinrichtungsinstrument wurde im Volksmund als „Hackmesser“ bezeichnet.
Über Generationen wurde die Geschichte weitererzählt, dass eine solche Guillotine auch in unserer Gegend zum Einsatz gekommen sei. Doch zwischen örtlicher Überlieferung und historisch belegtem Geschehen besteht ein wichtiger Unterschied.
Der Historiker Karl Scherer widerspricht der Geschichte von der geschenkten Guillotine. Nach seiner Einschätzung stand in der Hackmesserseite niemals ein solches Hinrichtungsinstrument. Auch der Aufstand der Dörfer sei unblutig verlaufen.
Die Erzählung rund um das Hackmesser gilt daher als historisch umstritten. Der Name „Hackmesserseite“ hat sich dennoch bis heute im regionalen Sprachgebrauch erhalten. So ist er ein Name, der Heimatgeschichte bewahrt.
Heute erinnert »Hackmesserseite« an weit mehr als eine ungewöhnliche Bezeichnung. Sie steht für die gemeinsame Vergangenheit unserer Dörfer, für ihre engen Verbindungen über die heutige deutsch-französische Grenze hinweg und für eine Zeit, in der Menschen ihre Lebensverhältnisse selbst verändern wollten.
Die Ereignisse von 1792 und 1793 sind ein bemerkenswertes Kapitel unserer regionalen Geschichte. Gleichzeitig zeigt die Überlieferung rund um das namensgebende Hackmesser, wie eng historische Ereignisse und volkstümliche Erzählungen miteinander verbunden sein können.
Für uns ist diese Vergangenheit ein wertvoller Teil unserer regionalen Identität. Mit unserer Heimatpflege möchten wir dazu beitragen, solche Geschichten zu bewahren, historische Zusammenhänge verständlich zu machen und das Wissen über Eppenbrunn und seine Umgebung an kommende Generationen weiterzugeben.
Lagekarte der historischen Region Hackmesserseite (aufgehellter Bereich, hellblaue Einfassung) im Westen bzw. westlich des Südteils des Pfälzerwaldes (Wasgau), unmittelbar an der französischen Grenze. - Quelle: wikimedia. Autor: Elop, based on work by Lencer. Lizenz: frei verwendbar unter AutorenangabeQuellen und weiterführende Informationen:
Webquelle: Marie-Christine Werner: Die Französische Revolution erreicht die Südwestpfalz. SWR Kultur, Zeitwort vom 8. November 2024 (Produktion 2010). Mit historischen Einordnungen von Karl Scherer. ↗ Link zum SWR-Beitrag
Webquelle: Wikipedia-Eintrag zu "Hackmesserseite" ↗https://de.wikipedia.org/wiki/Hackmesserseite - Stand: 24.10.2026
Webquelle: Wikipedia-Eintrag zu "Eppenbrunn" ↗https://de.wikipedia.org/wiki/Eppenbrunn - Stand: 24.10.2026
Literatur-Quelle: Hans-Joachim Kölsch-Brauch: Eppenbrunn – Das Tor zum Wasgau. Beiträge zur Geschichte von Eppenbrunn und der Hackmesserseite. Gemeinde Eppenbrunn, 1992. Chronik des Ortes, erhältlich als Originalausgabe bei der ↗Gemeinde Eppenbrunn, ↗Verbandsgemeinde Pirmasens-Land oder im örtlichen Verkauf bei ↗maginot.media
Dieser Text wurde mithilfe von KI-Technologie gekürzt und sprachlich korrigiert.
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